| Veranstaltung: | 96. Landesschüler*innenparlament |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 9. Antragsphase III – Inhaltliche Anträge |
| Antragsteller*in: | Jannes Hagemeier (Stellv. LSS) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 03.05.2026, 16:00 |
A1: Wenn der Kopf Hilfe ruft: Schule mit Herz und Haltung
Antragstext
Das Landesschüler*innenparlament wolle beschließen,
- Die Landesregierung und das für Bildung zuständige Ministerium werden
aufgefordert, die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen
dafür zu schaffen, dass Lehrkräfte verpflichtend eine Fortbildung in
"Mental Health First Aid" (MHFA) absolvieren.
- Diese Fortbildung soll ergänzend zur bereits bestehenden Erste-Hilfe-
Ausbildung etabliert werden. Dabei sollen Lehrkräfte befähigt werden,
psychische Krisen bei Schüler*innen frühzeitig zu erkennen, angemessen
darauf zu reagieren und professionelle Unterstützungsstrukturen
einzubeziehen.
- Die Erstqualifizierung soll verpflichtend erfolgen. Darüber hinaus soll
eine regelmäßige Auffrischung der Inhalte in angemessenen Intervallen
vorgesehen werden. Dabei gilt es stets den aktuellen wissenschaftlichen
und medizinischen Erkenntnisstand zu berücksichtigen.
- Die Finanzierung der Fortbildungsmaßnahme soll durch das Land
sichergestellt werden.
Begründung
Die psychische Gesundheit der Schüler*innen stellt eine wachsende Herausforderung des Alltags dar. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass psychische Belastungen bei jungen Menschen gravierend zunehmen. Außerdem etablieren sich die psychischen Belastungen in früheren Lebensphasen. Besonders im Schulischen Rahmen wird dies sichtbar, da Schüler*innen einen Großteil ihrer Zeit in den Schulen verbringen.
Lehrkräfte nehmen im Schulalltag eine zentrale Rolle als Bezugspersonen ein und sind häufig die ersten, die Veränderungen im Verhalten oder mögliche Krisensituationen wahrnehmen. Aufgrund dieser großen Verantwortung, bedarf es qualifizierten Umgang mit psychischen Belastungssituationen, die gewährleistet werden muss. Dies dient auch dem Selbstschutz der Lehrkräfte.
Während die Erste-Hilfe-Ausbildung bereits verpflichtend etabliert ist, um bei körperlichen Notfällen handlungsfähig zu sein, fehlt eine vergleichbare systematische Qualifizierung im Bereich der psychische Gesundheit. Die Einführung einer MHFA-Fortbildung schließt diese Lücke und stärkt die Handlungssicherheit von Lehrkräften im schulischen Alltag. Außerdem wird so eine Übergangslösung geschaffen, bis die Schulsozialarbeit und Schulpsychologie ausreichend flächendeckend an allen Schulen aktiv sein kann.
Ziel ist es, die frühzeitige Erkennung psychischer Krisen zu verbessern, angemessene Erstreaktionen zu ermöglichen und eine sichere Weiterleitung an professionelle Hilfesysteme zu gewährleisten.

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