| Veranstaltung: | 96. Landesschüler*innenparlament |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 9. Antragsphase III – Inhaltliche Anträge |
| Antragsteller*in: | Jannes Hagemeier, Sophie Scholz (Stellv. LSS, SV RBZ Steinburg) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 07.05.2026, 08:22 |
A2: Verantwortungsvoll lehren: Menschenbild und Machtbewusstsein im Fokus
Antragstext
Das Landesschüler*innenparlament wolle beschließen,
Die Landesregierung und das für Bildung zuständige Ministerium werden
aufgefordert, sicherzustellen, dass alle im Lehrdienst tätigen Personen über
grundlegende Kenntnisse des humanistischen Menschenbildes sowie zentraler
psychologischer und pädagogischer Theorien verfügen.
Hierzu sollen entsprechende Inhalte verbindlich in die Lehrkräfteausbildung, den
Vorbereitungsdienst sowie in regelmäßige Fort- und Weiterbildungsangebote
integriert werden.
Dies umfasst insbesondere:
- Grundlegendes Verständnis des humanistischen Menschenbildes
- Zentrale psychologische Modelle wie
- die Konsistenztheorie (Grawe)
- das Salutogenese-Modell (Antonovsky)
- Das Variablenkonzept (Flossdorf)
- Konzepte zu Beziehung und Identitätsentwicklung (z. B. Buber)
- Reflexion von Machtverhältnissen im schulischen Kontext
Ziel ist es, die pädagogische Qualität zu stärken und einen respektvollen,
entwicklungsfördernden Umgang zwischen Lehrkräften und Schüler*innen zu fördern.
Begründung
Schule ist nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung, sondern auch ein Raum sozialer Interaktion und persönlicher Entwicklung. Lehrkräfte tragen dabei eine besondere Verantwortung, da sie gegenüber Schüler*innen in einem strukturellen Machtverhältnis stehen.
Fehlendes Bewusstsein über diese Macht sowie mangelnde Kenntnisse über psychologische Zusammenhänge können zu Missverständnissen, ungerechtem Verhalten oder im schlimmsten Fall zu Machtmissbrauch führen.
Ein fundiertes Verständnis eines humanistischen Menschenbildes sowie grundlegender psychologischer Theorien ermöglicht es Lehrkräften:
- Schüler*innen in ihrer individuellen Entwicklung besser zu unterstützen
- Beziehungen bewusst und respektvoll zu gestalten
- Konflikte konstruktiv zu lösen
- die eigene Rolle kritisch zu reflektieren
Langfristig trägt dies zu einem besseren Schulklima, mehr Chancengerechtigkeit und einer höheren Bildungsqualität bei.

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