| Veranstaltung: | 95. Landesschüler*innenparlament |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 6 Antragsphase III – Inhaltliche Anträge |
| Antragsteller*in: | Magnus Erdmann, Jannes Hagemeier, Emma Söncksen (LSS, Stellv. LSS, SV-BBZ Rendsburg-Eckernförde) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 26.01.2026, 22:18 |
A10: Strafe ersetzt keine Pädagogik – Ordnungsmaßnahmen reformieren
Antragstext
Das Landesschüler*innenparlament stellt fest, dass Ordnungsmaßnahmen wie
Verweise, Unterrichtsausschlüsse oder Schulverweise nachweislich keine
nachhaltige Verhaltensänderung bewirken.
Bildungs- und Sozialforschung zeigt, dass punitive Maßnahmen Konflikte
verschärfen, Stigmatisierung verstärken und Bildungsabbrüche begünstigen –
insbesondere bei sozial benachteiligten Schüler*innen.
Daher fordert das Landesschüler*innenparlament die Abschaffung rein strafender
Ordnungsmaßnahmen ohne verpflichtende pädagogische, sozialarbeiterische oder
therapeutische Begleitung.
Ein Bildungssystem, das ausschließt statt unterstützt, produziert genau die
Probleme, die es vorgibt zu lösen.
Begründung
Verweise, Ausschlüsse und Ordnungsmaßnahmen werden als „notwendig“ dargestellt. Die Forschung sagt etwas anderes: Sie verschärfen Konflikte, stigmatisieren und erhöhen die Abbruchquote – besonders bei ohnehin benachteiligten Schüler*innen.
Was als Ordnung verkauft wird, ist oft reine Verdrängung. Probleme verschwinden nicht, sie werden ausgelagert. Pädagogik, die nur sanktioniert, hat kapituliert.
Ein Bildungssystem, das ausschließt statt unterstützt, produziert genau die Krisen, die es später beklagt.

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