| Veranstaltung: | 95. Landesschüler*innenparlament |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 6 Antragsphase III – Inhaltliche Anträge |
| Antragsteller*in: | Magnus Erdmann, Emma Söncksen (LSS, SV-BBZ Rendsburg-Eckernförde) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 26.01.2026, 22:16 |
A8: Rassismus ist strukturell – antirassistische Bildung verpflichtend einführen
Antragstext
Das Landesschüler*innenparlament stellt fest, dass Rassismus im Bildungssystem
systematisch individualisiert und dadurch verharmlost wird.
Empirische Studien belegen institutionelle Diskriminierung in Schulbüchern,
Leistungsbewertung, Übergangsempfehlungen und Disziplinarmaßnahmen. Rassismus
wirkt nicht nur durch offene Beleidigungen, sondern durch Strukturen,
Erwartungen und Normen.
Daher fordert das Landesschüler*innenparlament die verbindliche Einführung
antirassistischer Bildung mit explizit struktureller Perspektive in allen
Schulformen, Jahrgangsstufen und Lehrplänen.
Antirassismus darf kein Projekttag sein. Wer strukturelle Ungleichheit nicht
benennt, stabilisiert sie. Bildung ohne Machtkritik ist keine Bildung, sondern
Verschleierung.
Begründung
Rassismus wird im Schulkontext bis heute als Einzelfallproblem behandelt. Das ist bequem – und falsch. Zahlreiche Studien belegen institutionelle Diskriminierung in Bewertung, Übergangsempfehlungen, Lehrmaterialien und Disziplinarmaßnahmen.
Wer Rassismus nur als Beleidigung versteht, übersieht seine eigentliche Macht: seine strukturelle Wirkung. Antirassismus als freiwilliger Projekttag reicht nicht aus. Was nicht systematisch gelehrt wird, wird systematisch verdrängt.
Bildung, die Machtverhältnisse nicht thematisiert, stabilisiert sie.

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