| Veranstaltung: | 95. Landesschüler*innenparlament |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | TOP 6 Antragsphase III – Inhaltliche Anträge |
| Antragsteller*in: | Magnus Erdmann, Jannes Hagemeier, Emma Söncksen (LSS, Stellv. LSS, SV-BBZ Rendsburg-Eckernförde) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 26.01.2026, 22:14 |
A6: Anwesenheit erzwingen ist autoritär – Schulpflicht durch Bildungspflicht ersetzen
Antragstext
Das Landesschüler*innenparlament stellt fest, dass die bestehende Schulpflicht
primär physische Anwesenheit sanktioniert, ohne tatsächliches Lernen
sicherzustellen.
Internationale Bildungsforschung zeigt, dass Lernerfolg maßgeblich von
Motivation, Autonomie und individueller Passung abhängt. Dennoch zwingt das
aktuelle System Schüler*innen zur Präsenz in Strukturen, die nachweislich nicht
für alle funktionieren, kriminalisiert Abwesenheit, aber ignoriert
Bildungsversagen innerhalb des Klassenzimmers.
Daher fordert das Landesschüler*innenparlament die Abschaffung der reinen
Schulpflicht und ihre Ersetzung durch eine Bildungspflicht, die alternative
Lernorte, digitale Formate, projektbasiertes Lernen und selbstorganisierte
Bildungswege anerkennt.
Ein Staat, der Anwesenheit erzwingt, statt Bildung zu ermöglichen, verwechselt
Kontrolle mit Pädagogik. Bildungspflicht bedeutet Verantwortung, nicht
Beliebigkeit – und ist damit demokratischer, wirksamer und zeitgemäßer.
Begründung
Die Schulpflicht zwingt zur Anwesenheit – nicht zum Lernen. Das ist der Kern des Problems. Wer acht Stunden im Klassenraum sitzt, gilt als „gebildet“, auch wenn nichts verstanden wird. Wer andere Wege findet zu lernen, wird kriminalisiert.
Internationale Bildungsforschung zeigt klar: Autonomie, Motivation und Passung sind entscheidend für Lernerfolg. Trotzdem halten wir an einem System fest, das Kontrolle über Bildung stellt.
Bildungspflicht heißt nicht Beliebigkeit. Sie heißt Verantwortung, Vielfalt und Vertrauen. Ein Staat, der Lernen erzwingen will, aber Motivation ignoriert, hat Bildung mit Gehorsam verwechselt.

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