| Veranstaltung: | 96. Landesschüler*innenparlament |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 6. Antragsphase II - Workshopanträge |
| Antragsteller*in: | Sophie Scholz, Mai-Leni Mayer, Maximilian Kohlhund |
| Status: | Eingereicht (ungeprüft) |
| Eingereicht: | 22.05.2026, 14:00 |
Bildung ist kein Zufall - Lehrkräfteausbildung reformieren, jetzt!
Antragstext
Das Landesschüler*innenparlament fordert, dass die Landesregierung die
Lehrkräfteausbildung wie folgt umstrukturiert:
- Sicherung der Unterrichtsqualität:
Wir fordern regelmäßige Unterrichtsbesuche zur Überprüfung und Sicherung der
Unterrichtsqualität. Diese Besuche sollen sowohl angekündigt als auch
unangekündigt stattfinden, um ein möglichst realistisches Bild des
Unterrichtsalltags zu erhalten. Dabei sollen insbesondere pädagogische Methoden,
der Umgang mit Schüler*innen sowie die Vermittlung von Unterrichtsinhalten
berücksichtigt werden. Ziel ist die langfristige Sicherung eines strukturierten,
respektvollen und zeitgemäßen Unterrichts. Diese Unterrichtsbesuche werden durch
externe, durch BiMI gestellte, durchgeführt.
Zusätzlich dazu sollen mehr Meldestellen zur Verfügung gestellt werden um den
Schüler*innen die Möglichkeit zu geben, sich bei Problemen während des
Unterrichts auch an Außenstehende zu wenden, falls ihr Anliegen in der Schule
nicht angenommen wird.
- Überprüfung des genutzten Lehrmaterials:
Lehrmaterialien sollen mindestens einmal pro Halbjahr überprüft werden. Dabei
soll sichergestellt werden, dass die verwendeten Quellen vertrauenswürdig,
datenschutzkonform und inhaltlich korrekt sind. Außerdem muss geprüft werden, ob
die Materialien altersgerecht, aktuell und frei von extremistischen,
diskriminierenden oder anderweitig problematischen Inhalten sind, dienen diese
Texte allerdings der Aufklärung und haben somit inhaltliche Relevanz für das
weitere Unterrichtsgeschehen, so sind diese als Ausnahmen anzusehen. Schulen
sollen dadurch stärker in die Verantwortung genommen werden, qualitativ
hochwertige und demokratische Bildungsinhalte zu gewährleisten.
- Schulung im Umgang mit der mentalen Gesundheit der Schüler*innen:
Wir fordern eine stärkere Sensibilisierung von Lehrkräften für die mentale
Gesundheit von Schüler*innen. Dazu sollen regelmäßige Schulungen und
Fortbildungen verpflichtend eingeführt werden. Zusätzlich sollen anonyme
digitale Umfragen durchgeführt werden, um Belastungen, schulischen Druck und das
allgemeine Wohlbefinden der Schüler*innen frühzeitig erkennen und verbessern zu
können. Diese Umfragen sollen in kleinem Rahmen (bezogen auf Fächer, Klausuren
und Prüfungen) alle drei Monate und in größerem Rahmen (bezogen auf alle den
Schulalltag beeinflussenden Faktoren) alle 6 Monate durchgeführt werden. Auf
Grundlage dieser Umfragen sollen die Lehrkräfte geschult werden.
- Überarbeitung der Abiturlektüren:
Die bestehenden Abiturlektüren sollen hinsichtlich ihrer Inhalte kritisch
überprüft und modernisiert werden. Dabei soll stärker darauf geachtet werden,
dass die behandelten Themen gesellschaftlich relevant, diskriminierungssensibel
und für Schüler*innen nachvollziehbar sowie zeitgemäß sind. Ziel ist ein
Literaturkanon, der unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt und die
Lebensrealität junger Menschen besser widerspiegelt.
- Verpflichtende Lehrkräftefortbildungen:
Wir fordern verpflichtende Fortbildungen für Lehrkräfte innerhalb der regulären
Arbeitszeit. Diese Fortbildungen sollen sich an aktuellen pädagogischen,
gesellschaftlichen und technischen Standards orientieren. Besonders wichtig sind
regelmäßige Schulungen zu den Themen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz
sowie der Umgang mit Neurodivergenzen und anderen Beeinträchtigungen.
Entsprechende Fortbildungen sollen mindestens einmal pro Schuljahr
beziehungsweise halbjährlich stattfinden.
- Überarbeitung des Beamtenstatus:
Wir fordern eine Überprüfung des Beamtenstatus von Lehrkräften. Ziel ist es, bei
schwerwiegenden Verstößen gegen die demokratische Grundordnung oder gegen das
Neutralitätsgebot, beispielsweise bei rassistischen, sexistischen,
faschistischen oder extremistischen Äußerungen und Handlungen, schneller
Suspendierungen oder Entlassungen ermöglichen zu können. Dabei sollen
rechtsstaatliche Prinzipien und die politische Neutralität des Unterrichts
gewahrt bleiben.

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