| Veranstaltung: | 96. Landesschüler*innenparlament |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 8.1. Wahl des/der Landesschüler*innensprecher*in |
| Antragsteller*in: | Jannes Hagemeier (Stellv. LSS) |
| Status: | Geprüft |
| Eingereicht: | 08.05.2026, 21:52 |
Bew1: Jannes Hagemeier
Selbstvorstellung
Sehr geehrte Delegierte des Landesschüler*innenparlaments,
Schüler*innenvertretung ist mehr als nur die formale Begleitung der politischen Prozesse. Sie muss laut sein, Themen setzen, Entwicklung anstoßen und dabei die Perspektive der Schüler*innen klar, glaubwürdig und verlässlich in die Politische Debatte bringen. Davon bin ich überzeugt und bewerbe mich daher auf das Amt des Landesschüler*innensprechers.
Mein Name ist Jannes Hagemeier, ich bin 25 Jahre alt und besuche derzeit das RBZ am Königsweg in Kiel in der Ausbildung zum Staatlich Anerkannten Erzieher. Nach meinem Abitur in 2020 habe ich Lehramt studiert und an einer berufsbildenden Schule gearbeitet. Ich kenne daher unser Schulsystem aus verschiedenen Perspektiven: als Lernender, als angehender Pädagoge und aus der schulischen Praxis. All diese Einblicke haben meinen Blick auf Bildung geformt und geschärft.
Dabei zeigte sich für mich vor allem: Schule wird den Lebensrealitäten vieler junger Menschen noch immer nicht ausreichend gerecht. Die individuelle Förderung der Schüler*innen bleiben zurück, da das System auf Selektion setzt. Der individuelle Bildungserfolg hängt dabei oft nicht von Fähigkeiten oder Engagement ab, sondern wird maßgeblich von Herkunft, Elternhaus und sozialer Lage beeinflusst. Das System ist dabei nicht flexibel genug, um die Unterschiede wirklich anzuerkennen. Genau hier setzt der Auftrag der Schüler*innenvertretung an.
Alle gleich zu behandeln, ist keine Bildungsgerechtigkeit. Bildungsgerechtigkeit bedeutet, faire Bedingungen für unterschiedliche Ausgangslagen zu schaffen. Sie bedeutet individuelle Förderung, echte Mitbestimmung, Entlastung und einen ernsthaften Blick auf die Mentale Gesundheit und soziale Realität der Schüler*innen. Das heißt auch, das Schüler*innen nicht als Gruppe, als Klasse gesehen werden können. Schüler*innen sind junge Menschen mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen, Bedürfnissen und Perspektiven. Sie sind individuell und so müssen sie betrachtet werden.
Daher ist der Bezug zur Basis, zu euch Schülervertreter*innen, besonders wichtig. Schüler*innenbeteiligung und Interessenvertretung beginnt bei euch. Dier Herausforderungen unseres Schulsystems, des Alltags und der Realität zeigen sich bei euch. Ideen, Lösungen und Engagement entsteht bei euch. Ich will daher mit euch im Dialog stehen, eure Lebensrealitäten verstehen, eure Probleme erfahren und Lösungsvorschläge an die Politik treiben. Dabei will ich nicht von oben herab, sondern nah und ansprechbar für euch sein. Den wir alle Vertreten unsere Schüler*innen, wir sind ein großes gemeinsames Team.
Gerade jetzt ist dieser Anspruch wichtiger denn je. Im Frühjahr 2027 steht die Landtagswahl an. Das bedeutet, dass jetzt Bildungspolitische Entscheidungen getroffen werden, jetzt werden Wahlprogramme geschrieben und jetzt wird der Austausch gesucht. Genau deshalb brauchen wir als Vertreter*innen unserer Schülerschaft den gemeinsamen Dialog. Wir brauchen aber auch eine Landesvertretung, die die Herausforderungen, Bedenken und Wünsche sachlich, klar und politisch ernst vertritt. Wir müssen sichtbar sein, laut sein, bevor die Entscheidungen getroffen wurden. Wir müssen agieren, statt zu reagieren. So können wir als Schülerschaft aktiv den Diskurs zur Bildungspolitik unseres Landes mitgestalten.
Veränderungen brauchen kontinuierliche Arbeit aber geschehen. Im Letzten Jahr haben wir gezeigt, dass wir ein Thema des LSPs, die Gründung eines Landesjugendbeirates, immer weiter voran treiben können. Wir sind mit dem Thema in alle Fraktionen gegangen, haben durch unsere Bemühungen eine Arbeitsgruppe im Sozialministerium erwirkt und es sind Anträge im Landtag auf Basis unserer Idee gestellt worden. Das zeigt, Beteiligung funktioniert, braucht aber Ausdauer, Argumente und Zusammenarbeit.
Seit dem 92. LSP im März 2025 bin ich Teil des Landesvorstandes. Dort habe ich das Referat Inneres unterstützt bis ich auf dem 93. LSP im Juli 2025 zum Stellvertretenden Landesschüler*innensprecher gewählt wurde. Seit dem habe ich das Projekte Referat leiten dürfen. In dieser Zeit habe ich nicht nur Verantwortung übernommen, Prozesse begleitet und politische Arbeit aus nächster Nähe beobachten dürfen, sondern auch gesehen wie sehr der Landesvorstand auf die Zusammenarbeit der Schüler*innen angewiesen ist. Viele kleine Zahnrädchen bewegen zusammen ein großes, welches wiederum an die Politik andockt. Außerdem habe ich gesehen wie Entscheidungen vorbereitet werden, wie unterschiedliche Interessen auf einander treffen und wichtig dabei die fachlich fundierte und klare Haltung ist.
Diese Erfahrung hat mich bei der Entscheidung gestärkt, den nächsten Schritt zugehen. Deshalb bewerbe ich mich auf das Amt des Landesschüler*innensprechers. Nicht weil ich glaube, dass ein Amt etwas verändert, sondern weil ich mir der Verantwortung bewusst bin und weiß wie wichtig es ist diese auszufüllen. Ich möchte eine Landesschüler*innenvertretung mitgestalten, die strukturiert arbeitet, präzise Forderungen formuliert und diese auch gegenüber Politik und Ministerium konsequent vertritt. Die nicht nur auf Missstände hinweist, sondern aktive Lösungen hervorbringt. Die nicht symbolisch präsent ist, sondern politisch wirksam.
Mir ist dabei besonders wichtig, dass Schüler*innenvertretung nicht nur innerhalb der eigenen Strukturen denkt, sondern aus den Schulen heraus entsteht. Wir müssen mit euch, mit der Basis im Austausch stehen, Rückmeldungen aufnehmen, Themen erfahren, Herausforderungen und Lösungen hören. Unsere Arbeit muss an eure Realität in euren Schulen angepasst sein. Das gibt uns Glaubwürdigkeit. So bleiben wir nah an den Themen, die Schüler*innen wirklich bewegen. So stellen wir sicher, dass wir nicht abstrakt denken und handeln, sondern mit gelebten Erfahrung arbeiten.
Am Ende geht es nicht um einzelne Menschen oder Themen, es geht um die Richtung, in die wir Schule und Bildung entwickeln wollen. Wollen wir ein Sstem das verwaltet? Oder wollen wir ein System, das ermöglicht?
Ich bin bereit diese Verantwortung weiter zu übernehmen. Ich bin bereit, mich mit Engagement, Fachlichkeit und Klarheit für die Interessen der Schüler*innen in diesem Land einzusetzen. Und ich bin bereit diesen Weg mit euch gemeinsam weiterzugehen - im Dialog, nicht im Monolog.
Vielen Dank
- Alter:
- 25
- Schule:
- RBZ am Königsweg
